Auftakt der „Aktiv gegen Rheumaschmerz“-Tour

Etliche Schaulustige fanden am 6. Juni den Weg zum Potsdamer Platz, um die Eröffnung der „Aktiv gegen Rheumaschmerz“-Tour zu erleben. Neben den anregenden Diskussionen der Experten überzeugte insbesondere das bunte Showprogramm aus Tänzen, Bewegungsparcours und anderen Darbietungen. Die Veranstaltung markierte den Start einer deutschlandweiten Tour, die von einem großen Truck begleitet wird, der auch als Bühne dient.

Nach einer spektakulären Akrobatikshow der Cheerleader des Footballvereins Berlin Adler bat der Moderator und Kabarettist Robert Louis Greisbach die Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga Berlin auf die Bühne, Prof. Dr. Erika Gromnica-Ihle. In ihrem Grußwort stellte sie die Rheuma-Liga vor und verwies auf den zeitgleich stattfindenden EULAR-Kongress, das Treffen der europäischen Rheuma-Ligen.

Anschließend diskutierte Prof. Dr. Erika Gromnica-Ihle mit Gudrun Baseler, der Bundesjugendsprecherin der Deutschen Rheuma-Liga sowie den Medizinern Prof. Dr. Braun und Prof. Dr. Niethard in einer Talkrunde. Die Beteiligten tauschten sich aus über Themen wie Bewegung im Alter, junge Rheumakranke, die Entwicklung des EULAR-Kongresses, den Einsatz von Biologica als Cortison-Ersatz und die Interessenvertretung Rheumakranker gegenüber der Politik.

Kurz darauf traf der Bundesgesundheitsminister und Schirmherr der Kampagne „Aktiv gegen Rheumaschmerz“ Daniel Bahr ein. Der Minister würdigte die Arbeit der deutschen Rheuma-Liga und ihrer ehrenamtlichen Helfer. Beherzt absolvierte er anschließend den mitreisenden Bewegungsparcours unter Anleitung der Physiotherapeuten Sylke Liesegang und Sebastian Eggeling.

Unter lautem Trillergepfeife starteten schließlich Rheuma-Aktivisten aus Berlin und Thüringen eine Protestaktion gegen die Schließung von Therapiebädern. Durch ihre Badebekleidung und mittels eines großen Protesttransparents sicherten sie sich die Aufmerksamkeit aller. Danach enterte eine Tanzgruppe der Rheuma-Liga Thüringen die Bühne und führte einen Trockenschwimm-Tanz auf.

Dr. Helmut Sörensen, der Präsident der Deutschen Rheuma-Liga Berlin, verdeutlichte dem Publikum die Hintergründe des Protests. So habe sich die Zahl der Therapiebäder in Berlin in den letzten zehn Jahren von 70 auf 48 verringert. Die Bewegung in Warmwasser-Becken sei aber für Rheumatiker unerlässlich. Sörensen berichte in diesem Rahmen auch vom geplanten Generationenbad der Rheuma-Liga Berlin, das am Stammsitz in Tempelhof-Schöneberg entstehen soll.

Im Anschluss nahmen die Staatssekretärin für Gesundheit in Berlin, Emine Demirbüken-Wegner und der gesundheitspolitische Sprecher der SPD, Thomas Isenberg, Stellung zur Bädersituation. Im nächsten halben Jahr soll zu diesem Thema eine Anhörung im Berliner Abgeordnetenhaus stattfinden. Auch Vertreter der Deutschen Rheuma-Liga sollen dazu eingeladen werden.

Nach dem politischen Teil stand nun wieder die Bewegung im Mittelpunkt. Viele Zuschauer nahmen spontan bei einem Qi-Gong-Kurs teil, der für alle offen war. Außerdem wurde eine Aktion der Rheuma-Liga speziell zum Welt-Rheuma-Tag vorgestellt. Menschen aus aller Welt sollen sich winkend zusammen fotografieren lassen: die einzelnen Fotos werden zu einem riesigen Bild zusammengefügt.

Die Ankunft einer belgischen Fahrradgruppe bildete den krönenden Abschluss des Events. Rund 40 rheumakranke Menschen radelten mit ärztlicher Betreuung den weiten Weg von Brüssel nach Berlin zum diesjährigen EULAR-Kongress. Die Radtour zum Kongress der europäischen Rheuma-Ligen unter dem Motto „Biking against Rheumatism in Europe (BARIE)“ hat inzwischen schon Tradition und findet jedes Jahr statt. Erika Gromnica-Ihle begrüßte die belgischen Gäste auf das Herzlichste. Die ließen es sich nicht nehmen, bei weiteren Tänzen der Thüringer Tanzgruppe mitzumachen, und bei gemeinsamer Bewegung klang der gelungene Auftakt der Aktiv-Tour aus.