Samstag, den 18.9.2010, 10.00 bis 16.15 Uhr
"Patiententag Fibromyalgie und Naturheilkunde"

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Andreas Michalsen

Der Patiententag „Fibromyalgie und Naturheilkunde“ in Kooperation mit dem Immanuel Krankenhaus Berlin vertreten durch Prof. Dr. Andreas Michalsen fand in den Räumen der Ev. Freikirchlichen Gemeinde am Immanuel Krankenhaus Berlin-Wannsee, Königstr.66 in 14109 Berlin statt.

Mit dieser Veranstaltung sollten Fibromyalgiebetroffene ausführlich über das Krankheitsbild informiert werden, aber auch die Möglichkeit erhalten, die Behandlungsmethoden am Zentrum für Naturheilkunde im Immanuel Krankenhaus Berlin-Wannsee kennenzulernen. Schließlich sollten Anregungen und Tipps zur Selbstbehandlung gegeben werden.

 

Die Veranstaltung wurde von Frau Dipl. Psych. Frau Corinna Baltscheit – Mitglied im Vorstand der Dt. Rheuma-Liga-Berlin e.V. – und Herrn Prof. Dr. Michalsen mit einer kurzen Begrüßungsrede eröffnet.

 

Danach gab Prof. Michalsen den Teilnehmern einen Überblick über den aktuellen Stand der „Wissens-Leitlinien FMS“, sogenannte S 3 Leitlinien, die mit einem hohen Übereinstimmungsgrad aller Spezialisten eines Fachgebietes festgelegt wurden. In diesen Leitlinien wird u.a. auch empfohlen, nicht von Fibromyalgie, sondern vom Fibromyalgiesyndrom zu sprechen (im Folgenden FMS benannt).

 

So erläuterte er den Teilnehmern einige typische Symptome dieses Krankheitsbildes, dessen mögliche Ursachen und die Vorgehensweise bei der Diagnostik.

Besonders hervorzuheben ist hierbei die Unterscheidung zwischen einem Chronischen Schmerzsyndrom und der FMS.

Von einem Fibromyalgiesyndrom spricht man dann, wenn über mehr als 3 Monate chronische Schmerzen in mehreren Köperregionen und über längere Zeit anhaltende vegetative Störungen vorliegen.

Prof. Dr. Michalsen ging dann auf den aktuellen Stand in der Zusammenarbeit zwischen Schulmedizin und Naturheilkunde ein, wo es inzwischen eine größere Annäherung zwischen beiden Fachdisziplinen gibt. Geplant sei sogar eine Professur für Naturheilkunde.

 

Schließlich erläuterte er das Therapiekonzept, das im Zentrum für Naturheilkunde angewandt wird. Hierbei wird neben Psychotherapie vor allem Wert auf regelmäßige Bewegungstherapie und das Erlernen unterschiedlicher Entspannungsverfahren gelegt.

 

Während des Vortrags konnten die Teilnehmer Fragen stellen, was intensiv genutzt wurde.

 

In der Pause konnten sich alle Teilnehmer untereinander austauschen und sich am Informationsstand der Deutschen Rheuma-Liga Berlin e.V. bei Vertreterinnen der Selbsthilfegruppe Fibromylagie informieren.

 

Gegen 14.15 wurde die Veranstaltung mit dem Vortrag von Frau Christel von Scheidt - Psychologin und Leiterin der Tagesklinik der Abteilung. Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus - über das Konzept der Mind-Body-Medicine fortgesetzt. Die Referentin stellte zwei Modelle aus der „Mind-Body-Medicine“ vor, die im Immanuel-Krankenhaus übernommen wurden.

 

Mit der „Mind-Body-Medicine“, zu Deutsch auch Ordnungstherapie genannt, könnten sehr positive Effekte bei der Behandlung von Schmerz- und Rheumapatienten aber auch bei Patienten mit Stresserkrankungen erreicht werden: u .a. die Senkung des Blutdrucks, Reduzierung des Herzinfarktrisikos, Schmerzlinderung und Stimmungsaufhellung.

 

In beiden Vorträgen wurde auf den Zusammenhang von Stress und Krankheit und nachfolgend von Stressbewältigung durch „Achtsamkeit“ hingewiesen. Bei Patienten mit FMS sei der Stresspegel besonders hoch. Entscheidend ist nicht, welches Entspannungs-verfahren der Betroffene anwendet, sondern wichtig sei die regelmäßige Ausübung desselben.

Abschließend stellte Frau von Scheidt das Programm der Tagesklinik vor, durch das bei den Patienten eine Veränderung in der Lebenseinstellung und Lebenshaltung bewirkt werden soll.

Auch hier wurden im Anschluss an den Vortrag Fragen der Teilnehmer von der Referentin beantwortet.

 

Die kurze Pause wurde von den Teilnehmern erneut zu einer regen Diskussion und zur Information an den Infoständen genutzt.

 

Ab 14.15 Uhr referierte Frau Barbara Koch, Ärztin für Innere Medizin, Naturheilkunde und Psychotherapie am Immanuel Krankenhaus, zum Thema „Naturheilkundliche Hausmittel“.

Zunächst stellte sie verschiedene Behandlungsmöglichkeiten durch Wärmeanwendungen und Auflagen, die Schröpfkopfmassage, die Nadelreizmatte und schließlich den sogenannten Zappsack vor. Alle Verfahren werden in der Naturheilkundlichen Abteilung im Immanuel Krankenhaus angewandt.

Darüber hinaus wurde den Teilnehmern von Frau Koch und Frau Heike Krüger (Krankenschwester am Immanuel Krankenhaus) im Hinblick auf häufig auftretende Beschwerden beim Krankheitsbild FMS sehr anschaulich die Anwendung verschiedener Hausmittel, wie z.B. Leber- oder Senfmehlwickel, Kümmelauflagen und die Vorteile einer Kartoffel-Reis-Diät erläutert.

Während des gesamten Vortrags konnten die Teilnehmer Fragen stellen.

 

Die Veranstaltung endete gegen 16.15 Uhr mit einem Schlusswort von Prof. Dr. Michalsen.

 

Viele Teilnehmer machten am Ende noch einmal von der Möglichkeit Gebrauch, sich über die Angebote der Deutschen Rheuma-Liga zu informieren.

 

Fazit:

 

Die sehr gelungene Veranstaltung war mit ca. 80 Teilnehmern sehr gut besucht. Die Zielsetzung, Fibromyalgie-Betroffene umfassend über das Krankheitsbild und dessen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten im Rahmen einer ganzheitlichen Betrachtungsweise zu informieren, wurde voll erreicht.

 

Auch die aufgezeigten Möglichkeiten einer Selbstbehandlung durch Naturheilmittel fand bei den Teilnehmern großen Anklang und nicht zuletzt das Wissen darum, dass bei persistierenden Schmerzen eine neue Möglichkeit einer teilstationären Behandlung in der Tagesklinik im Zentrum für Naturheilkunde am Immanuel-Krankenhaus besteht.

 

Lageplan vom Immanuel Krankenhaus als >> pdf

 

Mit freundlicher Unterstützung von

BIO-Lüske